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Silvester in Bautzen
29.12. 2025 – 02.01. 2026
Ein subjektiver Reisebericht von Henry Klorenz
Punkt 10°°h sind wir mit „Monikas Bus“ gestartet. Mal sehen, was uns in Bautzen erwartet. Der Bus war voll, bis auf den letzten Platz, selbst da saß noch Einer, neben seinem Schatz. Wir hatten freie Fahrt, auf allen Wegen, auch der Wettergott gab seinen Segen. Während der Fahrt und das war kein Stuss, gab es ein schönes belegtes Brötchen im Bus. Dazu einen Kaffee, so mal eben, prima, ja so lässt es sich leben. So fuhren wir am Nachmittag in Bautzen ein, erst ausruhen, auch das muss mal sein. Jeden Tag zur gleichen Zeit, stand 18°°h das Abendessen schon bereit. Das war vorzüglich, da gab es nichts zu meckern, hier konnte man klotzen, vielleicht auch mal kleckern.
2. Tag:
Eine Fahrt durch das Zittauer -Gebirge war angesetzt, alles in Ruhe, es wurde nicht gehetzt. Zuerst ging es nach Zittau, ein kleiner Stadtrundgang machte uns schlau. Ein uraltes Fastentuch wurde dort mal gefunden, in der Schweiz restauriert in vielen Stunden. Leider konnten wir es nicht betrachten, denn wir mussten auf die Öffnungszeit achten. Viele Häuser glänzten in neuer Fassade, in der DDR waren sie ein Hindernis gerade. Da hieß es heimlich – „Ruinen schaffen, ohne Waffen“. Die Hausbesitzer hatten, wie es sich verhält, kein Material und viel zu wenig Geld. Die meisten vorhandenen Brunnen sprudeln jetzt und auch das Salzhaus wurde instandgesetzt. Es war das Größte in der Gegend, ungelogen, denn früher wurde das Salz oft mit Gold aufgewogen. „Schlachte nicht mehr, als du Salz zum konservieren hast“, diesen Satz beherzte jeder, auch der Gast.
In Niedroderwitz ging es an Umgebindehäusern vorbei, und landeten schließlich in Herrnhut, so eins-zwei-drei. Dort ist die Geburtsstätte der „Herrnhuter-Sterne“, diese Manufaktur besuchten wir gerne. Sterne überall wohin man schaut, eine große Fabrik, sogar eine Eishalle wurde mit gebaut. Wir sahen uns alles ganz genau an, was man mit und aus Papier, alles machen kann. 2-m misst der größte Stern, der kleinste 20 cm, man sieht ihn kaum von fern. Apropos fern, bis in die USA werden sie geschickt, weil auch da die Weihnachtszeit tickt.
Wir fuhren durch verschneite Felder und Wälder, der Wind pfiff, es wurde kälter. In der Ferne sah man den Jeschken und die „Landskrone“, momentan brauchten die keine Schneekanone. Der Oybin sieht wie ein Bienenstock aus, wir fuhren vorbei und stiegen nicht aus. Leider sahen wir keinen Zug, weder langsam noch schnell, also fuhren wir mit dem Bus zurück zum Hotel.
3. Tag: Silvester:
Der Vormittag war frei, da ging jeder auf eigene „Faust“ und plötzlich kam wieder der Wind angesaust. Also Kragen hoch und in die Stadt, die viele Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Mit drei großen „S“ kann man es überspitzen, „Senf“, „Sorben“ und „Sitzen.“. Es gibt hier einige Tausend Sorben, die schon vor Jahrzehnten das Wohnrecht erworben. Deshalb sind Straßennamen mit Bedacht, in Deutsch und in Sorbisch angebracht. Wer als Staatsfeind der DDR erkannt, der kam nach Bautzen über Land. Das dritte „S“, das ist der Senf, der Gelbe, wir suchten und fanden das Gewölbe. Da konnte man früher Senf und Brotaufstrich kosten, jetzt steht man da, auf verlorenem Posten. Es ist ein Museum daraus geworden, jetzt kann man nur kaufen, alle Sorten. Aber etwas ist uns nicht geheuer, gegenüber Kaufland, ist der Senf 3 x so teuer. Dann stellten wir fest, gegen unseren Willen, in Bautzen gibt es gleich „3 Senfdestillen“.
So –ausruhen und auf den „Silvesterschwoof“ warten. Einlass ab 18°°h, aber Menü gibt es erst 19°°h auf Karten. Von wegen ausruhen –das Feuerwerk ging, nicht brav und bieder, schon am Nachmittag auf uns hernieder. Und zwischendurch, eh man es gedacht, haben auch “Kugelbomben“ noch gekracht. Das Essen war vom Feinsten, doch man konnte es kaum sehn, zu schwach war die Beleuchtung und das war nicht schön. Ein Zauberer war im Nebenraum engagiert, der hat die Leute mit seinen Tricks amüsiert. Die Musik war zu laut, uns war es egal, kurz nach Mitternacht sind wir verschwunden, so wie jedes Mal.
4. Tag: Neujahr:
Jeder Langschläfer hatte großes Glück, denn bis 11°°h gab es heute Frühstück. 13°° h wurde zum Sammeln geblasen, da ging es durch die Stadt, auf verschneiten Straßen. Durch die Reichenstraße, vorbei am Reichenturm, gingen wir bis zum Rathausturm. Hier kann man sagen, Donnerwetter, denn der hatte 3 Zifferblätter. Das eine, mit den römischen Zahlen, ist 39 qm groß, da sieht man die Zahlen auch ohne Brille bloß. Dabei ist man hier wirklich platt, dass die „4“ nur vier Striche hat. Des Rätsels Lösung kommt hier in Sicht, man kannte damals die römische Schreibweise der „4“ noch nicht.
Die 3 Zifferblätter haben das große Plus, dass bei der Uhrzeit keiner auf den anderen warten muss.
Danach besuchten wir den Dom, der steht etwas weiter „ohm“. Er hat eine Besonderheit, ist 2-geteilt schon immer gewesen, wo vorn Protestanten und Katholiken hinten ihre Messen lesen.
Ich habe stimmlich darauf hingewiesen, und die Ehre „Gottes“ gepriesen. Der „Stadtbilderklärer“ verabschiedete sich dann schnell, uns war es auch kalt, also flugs ins Hotel.
5. Tag: Heimreise
Nach dem Frühstück, ab 7°° h war es so weit, ab 9°° h stand der kalte Bus zur Abfahrt bereit. Nur Einer fehlte, es war unser Fahrer, vorm überfüllten Lift stand er, jetzt war es uns klarer.
Ich sage es hier auf meine Weise, es war eine sehr gelungene Silvesterreise.
Das Jahresmotto für unsere kleine Welt, sind 3 große „G“: Gesundheit, Glück und Geld.
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